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auch das verhältnis des gedichtes zur geschichte berücksichtigte . In den Forschungen zur deutschen

geschichte bd . 10 , 1870 , s . 1 ff . stellte S . O . Riezler den Kreuzzug kaiser Friedrichs I .. dar und

untersuchte dabei auch von s . 119 bis 125 unser gedicht auf seinen historischen wert . Die zahl

reichen in dem gedichte erwähnten Persönlichkeiten versuchte Reinkold Röhricht in der Zeitschrift

für deutsche philologie 7 , s . 146166 und 296329 in dem aufsatze Die Deutschen auf den

kreuzzügen [ auch in seinen Beiträgen zur geschichte der kreuzzüge 2 . bd ., 1878 , s . 326 ff .] zu

identifizieren . Im anschluß an den obengenannten aufsatz von Kinzel gab Röhricht in der Zeit

schrift für deutsche philologie , bd . 8 , s . 419446 eine erläuterung unsers gedichtes nach der

historischen seite , brachte die quellen für die einleitung herbei und gab überaus wertvolle anmer

kungen . Auch das 5 , Kapitel ( 11881191) des 2 . bandes seiner oben zitierten Beiträge , sowie

seine Geschichte des königreichs Jerusalem ( 11001291) , Innsbruck 1898 , sind unentbehrlich

für das historische verständnis unsers gedichtes . All diese arbeiten Reinhold Röhrichts sind für

unsere ausgabe mit größter dankbarkeit verwertet worden . Schließlich hat Max Frommann in

der Zeitschrift des vereins für thüringische geschichte und attertumskunde , N . f . bd . 18 , 1907 ,

s . 175248 das gedicht von Ludwigs kreuzfahrt in seiner biographie ihres helden , des landgrafen

Ludwig III . des frommen von Thüringen ( 11521190) , benutzt .

Schrift und sprache . Für die vorliegende ausgabe wurde , soweit sich dies mit den prin

zipien und zwecken der Monumenta Germaniae historica vertrug , möglichster anschluß an die hs .

angestrebt . Alle abweichungen sind im lesartenapparat verzeichnet , abgesehen von rein graphischen

dingen wie tz für z , y für i . Namentlich fand alles , was irgendwie für den dialekt von wichtigkeit

ist , im lesartenapparat berücksichtigung . Hier möge ein überblick über die orthographie der hs .

folgen ; vergl . dazu auch Kinzel s . 380 , Jantzen s . 17 ff .

Für i ist sehr oft y gebraucht , so meist oder fast immer in banyr , Lyningen , Salatyn , amyse ,

Nylus , hymele , tyr ( 2449) , fast immer auch nyman ( ganz selten nyeman wie 2508) und ey

oft für ei : heyden , Reymunde , immer keyser . Diese schreibungen wurden im lesartenapparat

gewöhnlich nicht oder nur einmal vermerkt .

öu ist durch ou und eu , ev ( frevden , erfruͤte , streu) wiedergegeben ; u wird ebenso oft durch

u wie durch v ausgedrückt ( aber ruͤm 1996 , criut 2833 , triut , hiut 3587 , 3588) , anlautend nur

durch v ; ou begegnet ebenso oft wie ov .

û ( 〈 mhd . in) erscheint meist als u ( v) , auch als uͤ , vͤ , uͥ , seltener als ev , eu ( dreu , euch ,

evch , reuwet 4410) ; aber driv 1253 , 1337 , hiute 3712 , tiuren 4211 ; iew in tiwͤer 1455 , tiew s 1459 .

û ( 〈 mhd . uo) durch u und v ( ue , ů , ui , iu : triuc oder truic 2902 , sluich 3040 , 4320) .

Diese schreibungen sind in den lesarten immer vermerkt .

Für mhd . æ und mhd . uo ist in unserer ausgabe die schreibung der hs . mit e ( ê ) und u ( û)

normalisiert ; wie bei uo so wurden auch bei æ die abweichenden schreibungen ( , in swaͤren 1924 ,

in teͣtic 4252 , teͣte 4255) vermerkt .

Umlaut von ă : e , seltener aͤ , ( maͤnlich 1470 , 1018 , taͤgelieh 1383 , vaͤterlich 737) .

Der gebrauch von i , ie und des neuen diphthongen ei für i ist immer vermerkt .

Für ors ist fast immer oͤrs geschrieben ( 1462 , 1496 u . ö ., geoͤrset 2573) ; dies wurde im

einzelnen nicht mehr besonders angegeben .

j ist immer durch i wiedergegeben ; v im inlaut wechselt mit u .

f wechselt mit v ; im anlaut steht vor u stets f , ebenso meist vor konsonanten ( aber vron 11)

und vor o ( forchten 632) ; aber von , meist vor ( for 4526) , vol , volc ; vor a , e , i steht stets v .

Diese schreibung wurde beibehalten . Inlautend f ( grife ; aber stets grave , graue , greve , greue) ,

öfter ff , welches vermerkt ist ; nach konsonanten f ( helfe , wurfen) , auslautend f ( uf , bidarf) ,

vor t : f ( craft) ; enphorte 3163 .

h vor t und s ist allermeist ch geschrieben , desgleichen im auslaut ; dies ist im einzelnen nicht ver

merkt , g und b im auslaut erscheinen teils als medien , teils als tenues ; hier wurde , gewiß im sinne

auch des dichters , normalisiert . Über p 〈 b nach dem präfix en , über t in verterben s . u .; Ropert 43

neben Robert 42 , chostpere 1374 , immer Paden für Baden dürften auf den schreiber kommen .