Abteilungen

sapientum Herold zuweisen , durch dessen Einfügung erst diese scheinbare

Zweiteilung entstanden sei 5 .

Unbestritten ist dagegen , daß Herold einige zur Additio gehörige Kapitel

mit der Überschrift Haec iuditia Wlemarus dictavit als Bestandteil der Lex

Angliorum et Werinorum hoc est Thuringorum abgedruckt hat . Ob diese

Textversprengung ein Werk des Herausgebers ist oder ob vielleicht schon

seine handschriftliche Vorlage dafür verantwortlich gemacht werden muß ,

ist bis heute nicht eindeutig geklärt . Auch über dasWie " dieses Versehens

gibt es unterschiedliche Lösungsvorschläge . Fest steht lediglich , daß die

einzige erhaltene Handschrift der Lex Thuringorum , der Codex Corveiensis

aus der Mitte des 10 . Jahrhunderts , diese Passage nicht aufweist 6 .

Die Lex Frisionum unterscheidet drei Rechtsgebiete Frieslands , nämlich

Mittelfriesland vom Fli , dem Ausfluß der Zuidersee ( heute Ijsselmeer ; vgl .

den Namen der vorgelagerten Insel Vlieland) , bis zur Lauwers ( Labeke ,

Labeki) zwischen Leeuwarden und Groningen , Ostfriesland von der Lauwers

bis zur Weser und Westfriesland vom Fli bis zum Sinkfal ( Sincfal) , dem

heutigen Zwin zwischen Antwerpen und Brügge . Sowohl die Lex als auch die

Additio enthaltenwohl sicher schon bei der Abfassung der Lex Frisionum

eingeschobene Stellen , die sich auf die Sonderrechte von Ost - und Westfries

land beziehen . Herolds Druck weist eine Reihe von Zusätzen in kleinerer

Kursivschrift ( die von v . Richthofen kursiv gedruckten Stellen decken sich

nicht damit) und mit eingezogenen Zeilen auf . Schon de Geer 7 hat ange

nommen , daß sie sich bereits in Herolds Vorlage als Marginal - oder Inter

linearglossen oder sonstwie vom Grundtext unterschieden haben . Dabei sind

Herold auch irrige Zuweisungen unterlaufen 8 . Gegen de Geers These spricht

jedoch , daß der Kursivsatz für die west - und ostfriesischen Sonderbestim

mungen nicht konsequent durchgeführt und ein Teil von ihnen für den Zu

sammenhang unentbehrlich ist . Siems glaubt sogar einen Unterschied in den

Kursivstellen bis Titel IX einschließlich und ab Titel XIV erkennen zu kön

nen . Nach seinen Darlegungen wäre die Konzeption insofern geändert wor

5) Vgl . Siems , Studien , S . 144151 .

6) Vgl . Amira - Eckhardt S . 66 ; Siems , Studien , S . 121128 ; zur Lex

Thuringorum Amira - Eckhardt S . 6365 ; R(uth) Schmidt - Wiegand ,

in : Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte 2 , Sp . 1965 f .

7) Vgl . de Geer , Zusammensetzung , S . 140 .

8) Den Zusatz Inter Wisaram et Laubadii et eis Fli cum XXIII iuret hat Herold

statt zu I § 5 irrig hinter I § 4 eingeschoben , vermutlich weil er sich am Rande

der Hs . nicht genügend von dem Zusatz zu I § 4 abhob , vgl . Gaupp , Miscellen ,

S . 2 . Da wir es mit einem Druck zu tun haben , bei dem Antiqua - und Kursivsatz

getrennt gesetzt und dann zusammengebaut wurden , kann es sich aber auch um ein

reines Setzerversehen handeln .