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Zur Textgestaltung

Die vorliegende Edition bietet den Text des Opus Caroli regis , soweit er im Vat . lat . 7207

vorliegt , in einem quasi - diplomatischen Abdruck , um so weitere Forschungen zu erleich

tern . Die Grundsätze hat De Bruyne bereits im Jahre 1932 formuliert : „ Un jour nous

aurons , je l ' espère , une édition qui juxtaposera , autant que possible , les deux rédactions

( d . h . den Originaltext und die korrigierte Fassung) , et qui portera en marge ces apprécia

tions que Charlemagne a probablement prononcées durant la revision et qui sont

maintenant écrites dans V en notes tironiennes . Un ouvrage ... qui était mis sous le nom

du grand roi , qui a était rédigé avec un soin tout particulier par quelque théologien de

l ' entourage royale , qui a été enßn revisé dans une réunion de docteurs sous le presidence

et avec l ' intervention active de Charlemagne , un tel ouvrage merite cet honneur " 561 .

In normaler Schriftgröße erscheint der ursprüngliche und unveränderte Text , alle

Veränderungen ( Korrekturen , Neuformulierungen , Einfügungen usw .) stehen in Petit .

Rasuren werden durch eckige Klammern [ ] gekennzeichnet , runde Klammern () ver

weisen auf Tilgungen ; der getilgte Text wird in den Textanmerkungen angegeben . In all

diesen Fällen wird auch auf den Umfang der Rasur oder Tilgung hingewiesen . Texter

gänzungen , die in der Handschrift in der Regel auf dem unteren Rand der jeweiligen

Seite stehen , werden an der vom Schreiber bezeichneten Stelle eingefügt und bleiben bei

der Zeilenzählung unberücksichtigt .

Einige Beispiele zur Verdeutlichung :

fol . 4v ( S . 110) propri[]e korrigiert aus propriae ( ein Buchstabe radiert) ,

fol . 10r ( S . 121) sup[ er]stitionem korr . aus supraestitionem , - er - auf Rasur ,

fol . 13r ( S . 127) [ c]oaeternus korr . aus quoaeternus , c - auf Rasur ,

fol . 31v ( S . 164) [ quidam ] mehrere Wörter getilgt , dafür quidam ,

fol . 81r ( S . 263) ( aeloquentia) über der Zeile für getilgtes lenociniorum ,

fol . 90v ( S . 282) Inter quę omnia omnium rerum adoratio

ne inhibita

salva adoratione qua nos mutuo salutantes adoramus ,

solius Dei adoratio institutitur .

( Einfügung vom Rand)

Die fett gedruckten tironischen Noten geben die Kommentare Karls d . Gr . wieder ,

die ursprünglich in Minuskeln auf dem Rand des Codex notiert waren und dann radiert

wurden . Sie stehen , soweit erkennbar , an der Stelle , an der der ursprüngliche Text stand

( die winzigen Zeichen konnten nicht auf der Rasur selbst angebracht werden ; siehe oben

S . 49 Anm . 351) . Viele tironische Noten gingen bei einer Neubindung der Handschrift

durch Beschneiden verloren . Soweit Rasuren auf solche verloren gegangenen tironischen

Noten hindeuten , wurden wie bei den sonstigen Rasuren leere eckige Klammern gesetzt .

Die im Vat . lat . 7207 nicht erhaltenen Textteile werden nach der Arsenal - Hand

schriftt 663 als forlaufender Text gedruckt .

Die Zeichensetzung ist wie üblich in Anlehnung an heutige Gepflogenheiten gestaltet

und als Lesehilfe gedacht .

561) Vgl . DE BRUYNE , La composition des Libri Carolini S . 234 .