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VORWORT

Die vorliegende Neuausgabe des gemeinhin alsLibri Carolini " bekannten Werkes ging

in den Satz , als man in Frankfurt an das bedeutende Konzil von 794 erinnerte , mit dem

die Stadt ihre Gründung datiert . Auf diesem Konzil hat Karl d . Gr ., König der Franken ,

seine einzige offizielle Maßnahme gegen das Zweite Konzil von Nicaea ( 787) in Angriff

genommen . Die neue Edition gibt dem Werk denn auch den Titel zurück , den es in den

Handschriften trägt : Opus ... Caroli ... regis ... contra synodum . In der ausführlichen

Fassung des Titels beansprucht Karl d . Gr . das Werk als sein eigenes , nennt er die Länder ,

die ihm durch Gottes Gnade zugefallen seien und die er gegen die unheilvollen

Beschlüsse der griechischen Synode verteidigen wolle . Die persönliche Anteilnahme des

Königs an diesem Werk belegen Randnotizen in der Reinschrift des Werkes , die im Cod .

Vat . lat . 7207 erhalten geblieben ist ; sie wurden festgehalten , während das Werk in seiner

Gegenwart vorgetragen wurde . Die Bedeutung dieser Bemerkungen , die in der früheren

Edition von H . Bastgen ( 1924) fehlen , wird in der vorliegenden Neuausgabe dadurch

betont , daß der Teil des Werkes , der im Vat . lat . 7207 noch erhalten ist , in quasi diplo

matischem Abdruck , d . h . im Zeilenfall der Handschrift gedruckt ist und so die Bezie

hung zwischen Text und Randnotizen erkennbar wird . Von den zahlreichen Korrek

turen in dieser Handschrift betreffen nur einige die üblichen Versehen der Schreiber , die

wichtigste durchgehende Korrektur bezieht sich auf die Orthographie : Die von Hispanis

men durchsetzte Schreibweise des Westgoten Theodulf von Orléans , des eigentlichen

Autors dieses Werkes , ist durchgängig in die stärker am klassischen Latein orientierte

Orthographie des karolingischen Hofes verändert worden . Bei der Überarbeitung wur

den auch einzelne Abschnitte neu geschrieben , um besonders ausführliche Passagen zu

kürzen , und einzelne substantielle Veränderungen am Text vorgenommen . Alle diese

Änderungen sind nicht nur im Druckbild erkennbar , sondern werden auch in den

Anmerkungen erläutert , so daß der Benutzer dieser Ausgabe leicht zwischen dem

ursprünglichen Text Theodulfs und den später von ihm oder anderen vorgenommenen

Änderungen unterscheiden kann .