Abteilungen

1 .

Lothar bestätigt dem Kloster Rheinau Immunität und Königsschutz mit freier

Abtswahl sowie die Vergabung Bernhards von Griessen und regelt die Stellung

des Vogtes .

Worms 1125 November 3 .

Original ( A) und Chartular von Rheinau aus der ersten Hälfte des 12 . Jh . f . 11 ( B) im

Staatsarchiv zu Zürich .

( Muos) De iure advocatiae mon . Rhenov . 51 Auszug . – Zapf Mon . anecd . 1 , 468 nº 36

aus A . – Quellen zur Schweizer Geschichte 3 b , 49 nº 34 aus A mit Ergänzungen aus B .

– UB . der Stadt und Landschaft Zürich 1 , 156 nº 269 aus A mit Ergänzungen aus VU .

und B . – Böhmer Reg . 2094 . – Hidber Reg . 1638 . – Stumpf Reg . 3227 .

Geschrieben von Anno . Die auf Immunität , Schutz und Wahlrecht bezüglichen Teile sind ent

nommen dem DO I . 418 ( VU . I .) mit Ausnahme des sed liceat - und exorare - Satzes , die ebenso

wie die Korroboratiomformel aus dem D . Ludwigs des Deutschen ( Mühlbacher Reg . 2 1432)

stammen ( VU . III) . Die Vergabung Bernhards von Griessen wird nach der darüber vorliegenden

Traditionsurkunde ( Züricher UB . 1 , 139 nº 253) bestätigt ( VU . II) . Der Ansicht Lechners

( Mut . des Inst . f . österr . GF . 21 , 57 und 95) und Mühlbachers ( Reg . 2 1402) , daß unser D .

als Bestätigung des ungefähr zur gleichen Zeit in der Reichenau gefälschten Diploms Ludwigs

des Deutschen aufzufassen sei , können wir uns nicht anschließen , doch verdankt das Diplom

ebenso wie die genannte Fälschung und ein Privileg Honorius II . von 1125 Februar 24 ( Jaffé - L .

Reg . 7186) dem Bestreben die Entstehung , die Freiheiten des Klosters gegen außen , namentlich

gegen den Vogt , Grafen Rudolf von Lenzburg , zu sichern . Demselben Zweck dienen zur annähernd

gleichen Zeit Schreiben Heinrichs V ., Honorius II ., Lothars III . und des Kardinallegaten Gregor

( vgl . Quellen zur Schweizer Geschichte 3 b , 62 ff .).

( C .) a In nomine sanctę et individuę trinitatis . Ego Lotharius b divina favente gratia

rex . Omnium * fidelium Christi presentium ac futurorum notum esse volumus industrie , qualiter

religiosus et venerabilis vir Diethmarus abbas cenobii quod Renaugia nuncupatur nostram

serenitatem inploravit , quatenus precepta et conscriptiones ab antecessoribus nostris * eidem monasterio *

editas c nostra etiam confirmatione roboraremus . Cuius petitioni pias aures inclinantes simulque priorum

instituta super inmunitate sancti loci perpendentes precipimus et statuimus , ut prefa[tum d ce] nobium ea

inmunitate subsistat , * ut videlicet monachi in ipso monasterio * secundum regulam sancti Benedicti

degentes liberam facultatem habeant secundum deum abbatem * eligendi absque ullius terrore

sive contr[adictione , quem] e etiam , si inter se non habuerint , de alio religioso eligant

monasterio . Qui videlicet electus [ nullius] f dicioni subiaceat , nullius superioris aut inferioris

persone difficultate turbetur aut cuiuscumque distr[ictionis sive preceptionis g m]olestiam patiatur , sed liceat

ipsi abbati sine ullius contradictionis obstaculo monachos suos ratio[nabiliter h r]egere , familie precipere ,

I

III

I

1 . a) ( C) und verl . Schrift der ersten Zeile und einzelne Buchstaben der Signum - und Rekognitionszeile

sind mit dunklerer Tinte überzogen – eine Nachbesserung , die durch den wiederholten starken

Wechsel der Tinte von braun zu gelb in den ersten drei Zeilen zu erklären ist b) h anscheinend

durch Rasur verbessert aus a c) A , VU . edita d) diese und die folgenden Ergänzungen

des schadhaften Originals aus B ; von prefatum sind Reste des t und das Abkürzungszeichen noch

erhalten e) von quem noch Reste eines Abkürzungszeichens vorhanden f) noch zu sehen :

die Spitzen der Oberschäfle beider 1 , ein Rest vom i und das us - Zeichen g) von districtionis

sind die obersten Teile der ct - Ligatur , von preceptionis Reste der s - Schlinge , von molestiam solche

des dritten m - Schaftes noch zu sehen h) VU . und B regulariter