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kognitionszeichen ( s . oben S . XLI) , hat er nach seinem Wiedereintritt in die Kanzlei nicht

wieder aufgenommen . Trotzdem gleichen sich die von ihm mit merkwürdiger Gleichmäßig

keit geschriebenen Urkunden , die ersten wie die letzten , wie ein Ei dem andern . Aber

in der Schrift ist er der erste Vertreter einer neuen Schule . Man vergleiche die Facsimiles

in Kaiserurkk . in Abbild . 2 , Taf . 7 ( D . 97) und 12 ( D . 279) und bei Jostes Osnabrücker

Kaiser - und Königsurkunden Taf . 19 ( D . 269) . 1 Sein Duktus ist an sich hart , eckig

und unschön . Aber die hoch hinaufgezogenen steilen Oberschäfte von s und f mit ihren

lustigen Fähnchen am Kopfe , die lang herabgezogenen und nach links geschwungenen

Unterschäfte und das neue Abkürzungszeichen , das er zuerst angewandt hat , geben seinen

Urkunden doch etwas Gefälliges . Unverkennbar hat er Spaß an kleinen Verzierungen ;

so umgibt er fast immer sein Chrismon mit einem Rahmen von Punkten ; er liebt die Ma

juskelschrift für Personen - und Ortsnamen ; auch sperrt er gern die letzten Worte des Kon

textes , der Rekognitionsformel und der Datierung . Wie seine Schrift , so ist auch das Diktat

des EA starr und unbewegt ; seine Arengen sind stereotyp und nüchtern , um nicht zu

sagen trivial ; sie ähneln auffallend den Arengen der Notare der Kanzler Eberhard und

Günther unter Heinrich II . Er variiert immer nur einen und denselben Gedanken . Auch

seine Promulgationsformel 2 bleibt , nachdem er nach einigem Schwanken zuerst in D . 78

die schon in die Urkunden Heinrichs II . und Konrads II . eingedrungene Formel Omnibus

Christi nostrique fidelibus tam futuris quam et praesentibus notum esse volumus

angenommen hat , ziemlich konstant ; im Anfang hat er daneben auch sollers noverit in

dustria , das er aber dann aufgibt und seinem Nachfolger AA überläßt . Überhaupt ist

er im Anfang ganz abhängig von seinen Kollegen , besonders von dem damals tätigen Udal

rich B aus der Kanzlei Konrads II . ( DD . 68 . 69 . 81 . 83 . 92 . 96) 3 und von dem Italiener KA

( DD . 72 . 87) . Auch ut infra oder subtus videtur , das unter Konrad II . nur gelegentlich

vorkommt und das er später in der zweiten Form regelmäßig setzt , hat er wohl von UB .

Da die Mehrzahl der von ihm verfaßten Diplome Schenkungsurkunden sind , so hat er

sich hierfür ein sehr einfaches Diktatschema zurechtgemacht , das er nach den Schwankungen

der ersten Zeit regelmüßig anwendet . Es entspricht in der Hauptsache dem Formular

des Udalrich D , der lange Zeit in der Kanzlei Konrads II . eine leitende Stelle innegehabt

hat . So das stereotype ob interventum ac petitionem . . . tale predium quale . . . cum

omnibus suis pertinentiis , hoc est . . . cum omni utilitate , quae ullo modo inde provenire

potest , ... in proprium dedimus atque tradidimus , und er hält an seinem potest bis

unter Heinrich IV . fest , während seine Kollegen poterit schreiben . Stärker sind die Schwan

kungen im Eschatokoll , wo er sich nach und nach den wechselnden Gewohnheiten der Kol

legen anbequemte . So setzt er während seiner ersten Periode und auch im Anfang der zweiten

die Indiktion regelmäßig vor das Ärenjahr und um dieselbe Zeit ( zuerst in D . 275) , wo

er dies aufgibt , beginnt er auch in der Apprekation die längst in der Kanzlei angenommenen

sakramentalen Worte in dei nomine oder nach dem Vorbilde des WA in nomine domini

zu setzen . Mit einer kleinen Verbesserung fand er den Beifall der Kanzlei , indem er in

der Datierung nach ordinationis das Wörtchen eius einschaltete , das bis in das Jahr 1054

ein fester Bestandteil der Datierungsformel wurde , dann aber von den späteren Notaren

WB , WD und WE nicht mehr verwendet wird .

Udalrich B aus der Kanzlei Konrads II . ( s . oben S . XXVII) kann hier nicht ganz

übergangen werden , da er gelegentlich im Jahre 1040 und längere Zeit im Sommer 1041

und 1042 in der deutschen Kanzlei Heinrichs III . tätig gewesen ist , wenn er auch nicht

1) Das sehr verkleinerte Facs . im Jahrb . für Landeskunde von Niederösterreich NF . 8 ( D . 314) bietet

die von ihm geschriebene Signum - und Rekognitionszeile . – D . 269 , das ich nur nach dem Facs . bei Jostes

kenne , ist auffallend schlecht und ungleichmäßig geschrieben , so daß ich es eher einem wenig geschickten

Nachahmer des EA zuschreiben möchte . 2) Sie fehlt in DD . 65 . 79 . 3) Siehe auch Nachträge .