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HEINRICH III .

Der junge Heinrich wurde am 14 . April 1028 zu Ostern in Aachen zum König ge

krönt und in den Urkunden des Vaters auch sogleich als König genannt ( zuerst in DK .

II . 115) , während bis dahin seiner bereits öfter als Herzogs der Bayern Erwähnung ge

schehen war . Gelegentlich wurden nun auch in den Datierungen einiger Urkunden Konrads II .

seine Königsjahre neben den Kaiser - und Königsjahren des Vaters mitgezählt ( DDK . II .

118 . 120 . 131 . 143 . 146 . 195 . 196) , doch hat das keinerlei staatsrechtliche Bedeutung ,

da es sich in den ersten fünf DD . lediglich um eine Höflichkeit des italienischen Notars

Bruno A , in den beiden letzteren , in denen auch die Signumzeile des jungen Königs mit

einem dem Königsmonogramm Heinrichs II . nachgebildeten Monogramm eingeschoben

ist , um eine Dankeshuldigung an den Bischof Egilbert von Freising , den Erzieher Hein

richs , gehandelt hat . Auch DK . II . 206 für Bamberg mit dem Namen des Kaisers Konrad

und seines Sohnes , des Königs Heinrichs III ., im Eingangsprotokoll ( aber ohne dessen

Signumzeile) steht ganz für sich ( vgl . DD . 4 , S . XI) . Die Kaiserbullen Konrads II ., die

auch den Namen und die Figur Heinrichs tragen , hat Bresslau DD . 4 , S . XXVI behandelt ;

auch die Münzen zeigen das gemeinschaftliche Gepräge des kaiserlichen Vaters und des

königlichen Sohnes . 1 Läßt dieser Umstand auf eine gewisse fiktive Mitregierung schließen ,

so beweisen dagegen die häufigen Interventionen des jungen Königs in den Urkunden

des Vaters nichts für eine solche Annahme . Dies scheint sich auch nicht geändert zu haben ,

als Heinrich im September 1038 in Solothurn zum König der Burgunder erhoben wurde ;

als rex Burgundionum wird er in den DDK . II . 278 . 279 ausdrücklich bezeichnet . Schwer -

lich wird , wie Bresslau Jahrbücher Konrads II . 2 , 324 f . ausgeführt hat , damit eine fak

tische Regierung Heinrichs in Burgund anzunehmen sein ; jedenfalls fehlen die urkund

lichen Zeugnisse dafür . Und schon ein halbes Jahr später starb der Kaiser in Utrecht

am 4 . Juni 1039 , womit die Herrschaft über Deutschland , Italien und Burgund in vollem

Umfang auf Heinrich überging , der die Regierung am selben Tage unter dem Namen

Heinricus tertius rex 2 antrat . Abweichend von seinen beiden Vorgängern wurde eine

besondere Krönung in Italien jetzt nicht mehr für nötig gehalten ; Heinrich war sogleich

mit dem Tode des Vaters ebenso König von Italien wie deutscher König , und selbst in die

Diplome für italienische Empfänger wurde die Titulatur mit tertius übernommen ,

obwohl sie vom italienischen Standpunkt aus gesehen unrichtig war . 3 Erst spät entschloß

er sich zum Romzug ; er empfing die Kaiserkrone in Rom am 25 . Dezember 1046 und

1) Vgl . Waitz Deutsche Verfassungsgeschichte 2 6 , 273 Anm . 2 . 2) Nicht im Eingangsprotokoll ,

wohl aber in der Signumzeile und in der Datierung der Urkunden . 3) Ausnahmen sind nur die

DD . 13 . 26 . 31 , die von nicht der Kanzlei angehörenden Italienern geschrieben sind . Die Anwendung des

deutschen Titels auch in den Diplomen der italienischen Kanzlei hängt freilich in erster Linie damit zu

sammen , daß die alten italienischen Notare KA und KB nach Deutschland übergesiedelt waren und sich

dem dortigen Brauch ohne weiteres anpaßten . – Für die Datierungen in den italienischen Privaturkunden

fehlt es noch an einer Untersuchung ; | soweit ich sehe , wird während der Königszeit ( 1039 – 46) in den Datie

rungen Heinrichs nur selten gedacht . In den beiden Turiner Urkunden von 1044 ( Mon . Hist . Patr . Chart .

1 , 557 nº 327 . 328) wird sein Name mit der Epoche von 1039 genannt .