Abteilungen

feld , auf die Wenck sich berufen hatte , an Ort und Stelle . Die DD . 272 . 273 . 399 . 400

für Brauweiler mußten ganz neu bearbeitet werden , und auch für D . 309 b war es wichtig ,

daß mich das Staatsarchiv zu Wiesbaden auf eine Abschrift des 12 . Jh . hinwies , die Bresslau

und Wibel unbekannt geblieben war . So bin ich der Sorge keineswegs ledig , ob , was doch

die erste Voraussetzung für die Diplomataausgaben ist oder sein sollte , wirklich die ganze

für die Edition notwendige Überlieferung in vollem Umfange herangezogen worden ist .

So wie die Dinge lagen , habe ich mich auf Anfragen bei den deutschen Archiven

beschränken müssen ; nur in Italien habe ich selbst noch eine gelegentliche Nachlese ge

halten . Dazu war ich auch genötigt , um für die Abfassung der Einleitung die erforderliche

Sachkenntnis zu gewinnen , die nur durch die Einsicht in die Originalurkunden Hein -

richs III , zu erlangen war . Daneben habe ich auch den Diktatfragen , auf die B . Schmeidler

in seiner Besprechung des ersten Halbbandes in der Histor . Vierteljahrschrift 24 , 625 ff .

besonders hingewiesen hat , die erforderliche Aufmerksamkeit geschenkt und die Fest

stellungen Bresslaus und seiner Mitarbeiter in bezug auf Schrift und Diktat im weitesten

Umfang nachgeprüft und ergänzt . Das Ergebnis ist , daß die Texte des ersten Halbbandes ,

von einigen Druckfehlern und kleinen entschuldbaren Irrtümern abgesehen , so genau sind ,

wie menschliches Können sie überhaupt herzustellen vermag 1 , und daß auch die Schrift

bestimmungen in jeder Hinsicht gesichert sind , wie überhaupt Bresslaus und Wibels diplo

matische Technik sich auch hier als meisterlich erwiesen hat . Dagegen stößt man sowohl

bei den Vorbemerkungen wie bei der Behandlung der Texte gelegentlich auf Ungleichmäßig

und Unstimmigkeiten , die wohl der erlahmenden Kraft des alternden und schwerkranken

Meisters und der abnehmenden Schärfe seiner Augen und nicht zuletzt auch dem Fehlen

seines alten erfahrenen Mitarbeiters zuzuschreiben sind . Sie sind soweit als möglich in

den Nachträgen verbessert worden .

Unter wie viel ungünstigeren Verhältnissen aber habe ich den zweiten Halbband

fertigstellen müssen . Abgesehen von der bereits geschilderten Unfertigkeit des Manuskripts ,

war ich , überlastet mit andern Dienstgeschäften , fast ganz auf mich angewiesen . Nicht

als ob es meinen Jüngern Gehilfen an Eifer und gutem Willen gefehlt hätte . Aber die Gene

ration von heute hat nun einmal nicht die nötige philologische Schulung , und noch mehr

geht ihr eine ausreichende Ausbildung in den historischen Hilfswissenschaften ab . Und

eine so komplizierte Technik lernt sich nicht von heute auf morgen . So sehr sich Dr . Santi

faller bemüht hat , mich bei der Drucklegung zu unterstützen , so wurde ich dadurch doch

kaum entlastet , zumal er mitten aus seinen Arbeiten im November 1929 durch seine Be -

rufung an die Universität Breslau herausgerissen wurde . Mit großer Gewissenhaftigkeit

half Dr . H . Frederichs beim Lesen der Korrekturen , aber seine Versetzung an das Staats

archiv in Stettin zum 1 . Januar 1930 setzte dem ein vorzeitiges Ende . An den Korrekturen

der letzten Bogen hat sich dann Dr . Th . Mommsen beteiligt . Daß der am 1 . Dezember 1929

eintretende neue Mitarbeiter Dr . A . Bruckner als Neuling nicht die Kenntnis der mannig

faltigen Praktiken mitbrachte , die die Arbeit an den Diplomata erfordert , daraus konnte

ihm sowenig ein Vorwurf gemacht werden wie den andern . Wie sehr aber ein solcher

Wechsel der Mitarbeiter dem Herausgeber eines Diplomatabandes die Arbeit erschwert ,

hat schon Sickel in seiner Vorrede zum 2 . Bande der Diplomata S . VIII offen bekannt .

Denn wenn der Herausgeber die Übersicht über das Ganze behalten soll , so kann er nicht

auch für die unzähligen Kleinigkeiten wie die Feststellung und Nachprüfung der Drucke ,

die Nachvergleichung der Vorurkunden und Varianten , die Revisionen und Korrekturen

und schließlich auch für die Herstellung der Register aufkommen . Trotzdem hoffe ich ,

obwohl weder Sickel noch Mühlbacher , weder Bresslau noch Ottenthal unter ähnlichen

1) Doch mag hier auf D . 111 ( s , die Nachträge) besonders hingewiesen werden .