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indem sie die auf uns gekommene Ausfertigung des D . 35 , in der sich der Voll

ziehungsstrich nicht als eigenhändig abhebt , als eine Nachzeichnung erklärten . Gegen

die an sich erwägenswerte Vermutung , es handle sich um ein mißratenes Empfänger -

dokument , das bei der Kanzlei keine Gnade gefunden habe , spricht auch sehr wesent

lich die Beobachtung , daß Text und Datierung ( wenn auch ohne die genitivischen

Formen) nach einem einwandfreien Kanzleidiktat des Ernust A gehen ; ein Ver

gleich vor allem mit DD . ( 12 .) 20 . 23 . 31 läßt dies klar erkennen und sichert damit

in der Substanz auch die Echtheit des D . 35 . Die Schrift erinnert ebenfalls noch an

Ernust A . Sie stammt freilich von einer sehr ungeschickten Hand , die sich durch

den regelmäßigen Gebrauch des Minuskel - a , als jünger erweist , aber sie zeigt noch

nicht den für die Ottonenzeit typischen steilen Duktus ; wir haben es demnach wohl

mit einer nicht sehr viel späteren Nachzeichnung zu tun . Das weit nach oben und

unten gezogene , reich ausgeschmückte Chrismon gleicht so auffallend der Zeichnung

im D . 34 , daß wir im Mundanten des verlorenen Originals nicht Ernust A selber ,

sondern eben den aus D . 34 bekannten Gelegenheitsschreiber sehen müssen . In der

Rekognition stoßen wir auf das ernustische recognovit , auf die im D . 37 wieder

kehrende Form Thieotmari und auf vier Pseudonoten , die denjenigen der DD . 34 .

37 ähneln . Die beiden Unterfertigungszeilen waren offensichtlich in einer durch

laufenden Linie geschrieben , was dem Kanzleistil widersprach , aber mitunter vor

kam ( vgl . D . 31) . Bei der Abschrift dieser langen Zeile ließ der unerfahrene Nach

zeichner es an Aufmerksamkeit fehlen : er übersah die Schlußworte der Signumzeile

– wohl piissimi regis ( vgl . D . 34) – und schrieb archicancellarii statt archicappel

lani ; zuerst wollte er mit recognovit aufhören , um sich das schwierige SR . zu sparen ,

trug es dann aber doch nach und kam sogar auf den Einfall , dahinter noch zweimal

die et - Ligatur zu wiederholen . Zur Sache vgl . D . 73 . Ob die Nachzeichnung dazu

benutzt wurde , die Güterliste ( Z . 43 ff .) zu interpolieren , ist diplomatisch natürlich

nicht zu entscheiden , aber die Dürftigkeit der Quellen läßt auch keine besitzge

schichtliche Überprüfung zu . – Auf dem Rücken ( saec . XIV) : Litera tercia data

anno domini nongentesimo quarto , ( andere Hand) de donacionibus curtium quas

imperator ecclesie donavit .

( C .) In nomine sanctae et individuae trinit[a]tis a) . Hludouuicus divina favente

clementia rex . Si fidelium nostrorum petitionibus , quas pro famulis Christi in

divinis obsequiis mancipatis nobis suggesserint , clementer annuimus , eos etiam

fideliores ad nostrum habebimus se[r]vitium a) et [ ae]ternę a) mercedis premium proinde

adipisci non dubitamus . Quapropter noverint omnes fideles nostri presentes et futuri ,

quia Cuonrat dilectus et propinquus noster et abba cenobii sancti Suithberti per

supplicationem venerabilium comitum nostrorum , Cuonrati scilicet et Gebeharti ,

precatus est clementiam nostram , ut quędam loca ad ipsum monasterium pertinentia

in comittatibus b) Ottonis et Eburharti in pagis Diuspurch et Keldaggouue sita fratribus

ipsius monasterii ad prebendam c) illorum cum nostrae auctoritatis precepto in elę -

mosinam nostram concederemus . Nos quoque eius petitioni libenter annuentes ita

fieri decrevimus et haec loca specialiter usibus eorum perpetualiter habenda concedimus

et donamus , id est curtem I in Uuerithe dominicalem atque cellulas V : in Kirihsexta

unam , alteram in Elfriche , tertiam in Geldapa , quartam in Humilgise , quintam in

Medamana , et omnes res quę ad illas pertinent in Niuuuenrothe d) et in Herisceithe

35 . a) Schadhafte Stelle im Pergament B b) B c) Vorsilbe p̄ B ; so auch meist im Folgenden

d) über Niu eine Schleife ( einem Ansatz zum Kürzungszeichen ähnlich) , wohl statt eines Akzentes B