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1 .

Lothar restituiert dem Kloster Crespin entfremdete und als Lehen vergebene

Güter [ zu Harmignies] im Hennegau und [ zu Empel] im Gau Texandrien .

Aachen 855 Oktober 26 .

Unvollständige Abschrift aus dem J . 1772 von Queinsert nach dem verschollenen

Chartular wohl des 13 . Jh . f . 8 ' in der Gott . Moreau Bd . 1 f . 238 der National

bibliothek zu Paris ( D) .

Duvivier Recherches sur le Hainaut ancien 1 , 302 nº 14 bis aus D zu 856 Okt . 25 =

Trelcat Hist . de l ’ abbaye de Crespin 7 , 24 Auszug in französ . Übersetzung zu 856 . –

Wauters Table chronol . 1 , 644 zu 856 . – Coenen Limburgsche Oorkonden 1 , 52

nº 59 Reg . zu 856 . – Mühlbacher 1 nº 1241 ; 2 nº 1276 .

Mit seiner ersten Urkunde verfügte Lothar II . eine Rückerstattung von Kirchen

gütern , zum Seelenheil seines Vaters , der vielleicht auch diese Entfremdung ver

schuldet , aber auch oft Restitutionen veranlaßt hatte . D . 1 , dessen Rekognoszenten

wir nicht kennen , steht auch deutlich in der Kanzleitradition des Vaters : die Arenga

klingt sehr an D . 129 an und wird im D . 12 wiederkehren , die Promulgatio magnitudo

comperiat war seit jeher beliebt und fand sich zuletzt in DD . 131 . 137 ( vgl . auch

unten DD . 5 . 8) , so wie auch Wendungen mit sincerus und affeetus ( Z . 16) gerade

in letzter Zeit wiederholt begegnet waren ( DD . 127 . 131 . 134 . 136 . 139 ; vgl . auch

unten DD . 2 . 4 . 5) . Über den Intervenienten Hukbert vgl . die Vorbemerkung zu

Lothars I . D . 96 ; er war Laienabt von St . Maurice im Wallis , Befehlshaber im

Dukat zwischen Alpen und Jura und stand jetzt , durch seine Schwester Theutberga

Schwager des Königs geworden , auf der Höhe seiner Macht . Adalbert dagegen kann

mit keinem anderen Träger dieses häufigen Namens mit Sicherheit identifiziert

werden ( vgl . Parisot Le royaume de Lorraine 86 Anm . 4) ; sein Auftreten im D . 1

läßt vermuten , daß er Eigenkirchenherr , Lehnsinhaber oder Laienabt des Klosters

Crespin im nordwestlichen Hennegau war . Es war im 7 . Jh . gegründet worden ;

als Aussteller des verlorenen Merowingerdiploms , auf das im D . 1 angespielt wird ,

kommen demnach nur Chlodwig II . († 657) und Chlodwig III . († 695) in Betracht .

Crespin war zu Anfang des 10 . Jh . Lehen des Hennegaugrafen Sichard , wurde aber

von Karl dem Einfältigen am 8 . September 920 der Kirche von Cambrai übertragen

( D . 106) . – Der unvollständig gebliebenen Abschrift D geht ein Randvermerk des

Kopisten voraus , durch den wir die Ortsnamen erfahren : Carta Hlotarii regis Fran

corum , qua confirmavit ( korr . aus confirmat ) ecclesiae Crispiniensi quae posside

bat apud Harminiacum et Emplam ( am Schluß - m korr .), villas de Hannonia ;

es folgt die in Anm . e wiedergegebene Datierung .

In nomine omnipotentis dei et salvatoris nostri Iesu Christi . Hlotarius divina

preveniente clementia rex . Si in restauratione rerum ecclesiasticarum pietatis