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OTTO II .

Otto II . behielt , als er im Mai 973 sur Alleinherrschaft gelangte , die Kanzlei bei

welche bisher zugleich seinem Vater und ihm gedient hatte . So blieb Erzbischof Rodbert

von Mainz Ergzkapellan und unter ihm Willigis Kanzler . Diese und ihre Nachfolger

sollten als die Oberbeamten der Kanzlei nach dem seit 953 feststehenden Brauche regel

mässig in den Recognitionen genannt werden , Doch wurde diese Vorschrift nicht immer

befolgt : in zwei Diplomen Otto II . erscheinen andre Männer als Recognoscenten , wenn

auch nur als Vertreter der nun an zweiter Stelle genannten Kanzler .

Auch das niedere Personal , wie wir es aus den Urkunden beider Kaiser vor 973

kennen gelernt haben , blieb von dem Thronwechsel unberührt . Die Natur der Dinge allein

führte Aenderungen herbei . Von den bisherigen Notaren hat WA . kaum noch an der Arbeit

theilgenommen ( vgl . D . 139) . Vier andere treten nur noch in vereinzelten und beson

deren Fällen auf . So hat WC . ausser D . 44 lediglich noch Urkunden für den Bischof

Piligrim von Passau geliefert . Und die aus Magdeburg stammenden Notare LH . ( zuletzt

D . 225) , LI . ( unter O . II . zuletzt D . 310 , aber noch unter dem Nachfolger nachweisbar) ,

LK . ( zuletzt D . 228) begegnen uns zumeist nur in den Magdeburg nahe liegenden Pfalzen ;

LI . allein geleitete den Kaiser im Herbst 980 nach Italien . Sind somit diese Männer

kaum noch ständige Mitglieder der Kanzlei gewesen , so haben sie doch auch unter den

folgenden Kanzlern mitgewirkt . In dieser und in anderer Beziehung unterscheidet sich

von ihnen WB . Wie bereits in den letzten Jahren Otto I . so entfaltete WB . auch nach

973 eine ausserordentliche Thätigkeit . Jedoch der ganzen Arbeitslast nicht gewachsen

liess er sich zuweilen von Privatschreibern helfen und bildete zugleich neue Männer für

den Kanzleidienst heran , so WD ., WE ., WF . – WD . ( bereits in D . 29) und WF . ( zuerst

in D . 77) haben wenn auch in beschränkter Weise bis in die Zeit Otto III . hinein einzelne

Diplome geliefert , während wir WE . nur bis zum J . 980 ( DD . 69 – 229) zu verfolgen

vermögen . Ihr Meister WB . aber schied bereits zu Beginn des J . 975 aus der Kanzlei ,

als diese neu besetzt wurde .

Nach dem Tode des Erzbischofs Rodbert im Januar 975 stieg nämlich Willigis zum

Erzbischof von Mainz und zum Erzkapellan empor und ging das Kanzleramt an Folcmar

der auch Poppo genannt wird , über . Kurz nachdem zum ersten Male in D . 95 im Namen

Folcmars anstatt des Erzkapellans Willigis unterfertigt wird , erscheint WB . in D . 97

zum letzten Male als Schreiber . Folcmar - Poppo stammte wahrscheinlich aus dem Westen

des Reichs und ein Landsmann von ihm mag auch der neue Notar FA . gewesen sein ,

welcher spätestens im Mai 975 in die Kanzlei eintrat , der eigentliche Nachfolger von

WB . wurde , gleich diesem den grössten Theil der Arbeit besorgte , mit der Zeit sich in

neuen Dictaten versuchte , gewissen Missbräuchen steuerte und einige Neuerungen gut

hiess . FA . ( DD . 103 – 202) behauptete seinen massgebenden Einfluss , auch nachdem

er , da Folcmar - Poppo im Sommer 976 Bischof von Utrecht geworden war , in Egbert

( als Kanzler in DD . 125 – 162 genannt) einen neuen Vorgesetzten erhalten hatte , und

betheiligte sich selbst noch unter den folgenden Kanzlern von Zeit zu Zeit an der Arbeit .

Während Willigis bekanntlich bis unter Heinrich II . lebte und ebenso lange die

Würde eines Erzkapellans bekleidete , folgten unter Otto II . auf die drei schon genannten